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Monki – der Wolf im Schafspelz

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Monki-Dress-Monki-Kleidmein Schlabber-Monki-Kleid in xs – alles entspannt

Mir sind in meinem Leben schon einige kuriose Dinge passiert, denn ich bin ein kleiner Trottel. Heute war es mal wieder soweit. Als ich mit den Besorgungen aus der Sportscheck Trekkingabteilung (ja, ihr habt richtig gehört) fertig war und zum Bus Richtung Heimat wollte, kam ich zufällig an einem Monki vorbei und schon, so schnell konnte ich gar nicht gucken, stand ich in der Sale-Ecke des Schweden – ups. Es sind gerade echt schöne Dinge im Monki Sale, also schaut ruhig mal vorbei. Ich schnappte mir 2 Kleider und 1 Shirt watschelte in die Umkleidekabine. Ihr kennt das sicher, Monki ist bezüglich der Kleidergrößen ein wenig anders. Kleider in Größe M sehen aus wie Zelte und somit greife ich immer zu einer S oder wie im Falle meines weißen Schlabberkleides sogar zu einer XS (hört hört) und das passt. So bin ich auch heute verfahren und schnappte mir dieses süße blaue Kleid mit plissiertem Unterteil in einer XS und ahnte nichts Böses. Ich schälte mich aus meinen Klamotten und schlüpfte in das blaue Kleid. Der Rock des Kleides gleitete über Kopf und Oberkörper. Beim Oberteil des Kleides wurde es dann schon etwas unentspannt. Den Kopf noch gut gemeistert, merkte ich an Brust und Armen dass es vielleicht ein wenig spannen könnte. „Ach komm Julchen, das passt! Nur Mut!“ sprach die Size Zero in mir. Mein Size-M-Körper allerdings reagierte auf das dünne Ego prompt mit Schnappatmung und scheinbar nach Innen gepresster Oberweite. Ein gekonntes Ziehen hier und ein hin und her Rücken dort und ich war drin. Nur fand ich den Anblick von mir in diesem Kleid weniger schön: unten hui, oben pfui. Der Rock fiel so ganz gut und war auch nicht zu lang, selbst am Bauch war noch der obligatorische Dessert-Platz ;). Nur beim Anblick von Brust und Armen hätten wirklich spätestens JETZT die Alarmglocken klingeln sollen. Die erwähnte Pressbrust, sowie einschneidende Nähte an Armen sind einfach nicht schön, geschweige denn vorteilhaft. „Gut, das Kleid nimmste nicht.“ Und ab dem Moment ahnte ich schon dass ich mich nun mit einem Problem auseinandersetzen muss. „Wie komme ich aus diesem mega engen Kleid alleine wieder heraus?“ Das Kleid über den Bauch zu ziehen war noch easy, Brust ging auch noch irgendwie aber am oberen Rücken plus Arme klemmte es, aber so richtig. Kurz gesagt, ich steckte in diesem Kleid fest!
Ich hatte das Kleid schon so stramm nach oben gezogen, dass irgendwie gar nix mehr ging. Und nun erweiterte sich meine obige Fragestellung: „Wie komme ich aus diesem mega engen Kleid alleine wieder heraus, ohne es in Fetzen zu reißen?“ Wenn Frau eine Freundin beim Shoppen dabei hat, die dich aus dem engen Fummel befreit, mag das ja noch gehen. Aber ich war allein. Und in der Kabine neben mir tummelte sich eine Horde Teenager-Mädels, die ich unmöglich fragen konnte, mich aus dem Kleid zu schälen, ohne dass ich mich dem Monki Store in BH und Leggings offenbart hätte. Und nun stand ich da. Die Arme unbeweglich in die Höhe gestreckt, das Kleid unter leichter Spannung, ein hochroter Kopf und ein Adrenalinspiegel, der seines Gleichen sucht. Ich verfalle in für mich aussichtslosen Situationen gerne mal in Panik, was für eine Lösungsfindung eher kontraproduktiv ist. Nach einer kurzen Besinnungsminute um wieder einen klaren Gedanken zu fassen, entschied ich mich erstmal das Kleid wieder runter zu ziehen, damit diese absurde BH-Leggings-Arm-quetsch-Situation ein Ende hat. Ich weiß nicht wie, aber das klappte schonmal. Trotzdem hatte ich ja immernoch das Kleid an. Nun überlegte ich vielleicht eine Verkäuferin zu fragen, ob sie mir raus hilft. Aber auch das wäre mir einfach zu peinlich gewesen. Denn was muss die Dame denn von mir denken?! „Ist die Alte nicht fähig sich ein Kleidungsstück in ihrer Größe rauszusuchen?“ Und auch die Möglichkeit eines totalen Einreißens des Kleides vor der Verkäuferin hielt mich von der Idee ab. Also wagte ich einen zweiten Versuch allein aus dem Kleid zu kommen. Einmal tief durchatmen, erst einen Arm, dann den anderen… und ganz allmählich und vorsichtig war ich dann tatsächlich ohne ein „krrrrschhh“-Geräusch aus dem Kleid!!! Hallelujah, ab heute habe ich eine Quailifikation mehr, nämlich die des Entfesselungskünstlers.
Also Frolleins, lasst euch bei Monki-Kleidern nicht vom zeltigen Erscheinigungsbild täuschen und greift ganz entspannt zur M!

Frollein Julia is a young lady from Hamburg, Germany. Her profession is being a teacher, but despite this she is a travel-addict.

11 Comments

  1. Andrea

    2012/02/15 at 19:15

    Genau das Problem hatte ich letztens auch bei Monki 😀

  2. Kia

    2012/02/15 at 19:16

    Hihi, unglaublich süß geschriebener Text ♥

  3. BeautyOfAngels

    2012/02/15 at 19:23

    Haha – wie lustig! Das kenne ich aber nur zu gut. Irgendwie schafft man es aber immer raus. Ich hüpfe dann meistens unkontrolliert in der Kabine rum – bzw falle mehr rum :p

  4. Katharina

    2012/02/15 at 19:38

    Hahahahaha, ich kann es mir bildlich vorstellen! 😀 Ist mir auch schon des öfteren passiert!

  5. Svenja

    2012/02/15 at 19:51

    oh ja, das ist mir auch schon oft passiert…hab in der taille ne 32/34, hüfte 36 und brust 38, deshalb bleibt ich immer irgendwo mit meinen brüsten hängen…und bei mir hats auch schonmal kratsch gemacht 😀

  6. Sarah

    2012/02/15 at 20:09

    Großartig geschrieben, liebste Julia! 😀

  7. Angi

    2012/02/15 at 22:13

    Tolle gute nacht geschichte! Danke:D

  8. Annemie

    2012/02/16 at 09:47

    Grandios- was dir schon wieder passiert ist : )
    Ich kann es mir sehr gut vorstellen und musste die ganze Zeit schmunzeln- wenn ich mir dich in dem Kleid in der Kabine vorstelle.
    Du bist ja eine echte Kurzgeschichten- Autorin!!!

  9. Anne

    2012/02/16 at 09:59

    Das ist glaub ich schon fast jedem Mal passiert :D. Lustigerweise endet das bei mir genauso wie bei dir erst mal in totaler Panik, mit maximaler Adrenalinausschüttung und irgendwie schafft man es dann doch noch. Danke für den Text, musste sehr lachen!

  10. Annie

    2012/02/17 at 22:31

    haha echt super beschrieben. ich kenne dieses problem nur zu gut und bin froh. dass es nicht nur mir manchmal so geht :)

    X, Annie
    http://www.anniewear.de

  11. Tina

    2012/03/11 at 11:17

    Herrlich Frau Kollegin :-)
    Genau das gleiche ist mir vor kurzem mit einem Originalkleid aus den 50ern passiert… Ich habs auch heil gelassen – aber frag mich nicht, wie ich da raus gekommen bin. Die Situation war eigentlich aussichtslos!
    Als ich endlich draußen war, fiel mir übrigens der gut versteckte, seitliche Reißverschluss auf… :-S

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